So ne Maispflanze ist mal ganz schön divers. Wir machen mal auf Professor und nehmen euch bisschen mit: Achtung, das wird jetzt bisschen länger.
Mais ist eine einhäusige, getrennt geschlechtliche Pflanze. Will heißen, Mann und Frau sind in einer Pflanze vereint. An der Spitze der Pflanze befinden sich die männlichen Blüten in einer so genannten Rispe, sie wird auch Fahne genannt. Die weiblichen Blüten sind im Kolben versteckt, der in den Blattachseln wächst. Sie werden von mehreren Hüllblättern umschlossen, aus denen die Narbenfäden der Blüten hervorschauen. Wer frischen Zuckermais mag und den Kolben schon mal ausgepackt hat, weiß wovon ich rede.
Ok, also der Mann an der Pflanze (Fahne) ist bisschen schneller als die blühenden Frauen, die ihre Narbenfäden oben aus dem Maiskolben schieben. Der Pollen der männlichen Blüten löst sich, wird vom Winde verweht und bleibt an den klebrigen Narbenfäden der weiblichen Blüten hängen. Zack. Im Schlauch des Narbenfadens wandert der Pollen nach unten und befruchtet die weibliche Blüte. Und dann, und nur dann entsteht ein Manni. Passt das Wetter oder die Wasserversorgung nicht, dann bleiben Blüten unbefruchtet.
Ich sach mal so: Manni hat quasi ne Mama und nen Papa in einer Pflanze vereint. Und Manni wird auch beides.
Irgendwie eine spannende Sache im Kontext der Diskussionen um Queer und Transgender. Die Natur kann vieles.
Und wer mal mag kann auch noch weiterdenken und sich fragen wie das dann ist wenn gentechnisch veränderte Maispflanzen neben einem Bio-Mais-Acker stehen.
Die Frage der Koexistenz ist damit wohl geklärt. Sie ist nicht möglich.
Und deshalb ist im Bioanbau der Einsatz gentechnisch veränderter Pflanzen verboten. Wir finden das gut!