Das EU-Mercosur-Abkommen soll Zölle und Handelshemmnisse zwischen der EU und Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay abbauen. Mercosur erleichtert damit vor allem den Import von EU-Industriegütern, während die EU ihren Markt stärker für Agrarimporte öffnet.
Direkt werden wir vielleicht nicht betroffen sein. Wir bedienen einen rel. kleinen Markt mit Frischeprodukten in Bio-Qualität. Da hätte ich wohl die wenigsten Bedenken, dass wir plötzlich
in Konkurrenz mit Himbeeren aus Paraguay stehen.
Aber vielleicht kommt irgendwann günstige Verarbeitungsware (Fruchtsaftkonzentrat) aus diesen Ländern und belastet damit indirekt den Markt für solche Produkte aus Deutschland. Der Handel kauft immer da wo es am günstigsten ist.
Das Handelsabkommen ist ein weiterer Baustein in einem, für mich, falschen System in der Agrarpolitik. Warum essen wir in Deutschland Fleisch aus Südamerika, wenn dort nachweislich mit deutlich andern Nachhaltigkeits- und Umweltstandards gearbeitet wird?
Unsere Tiere fressen Import- Soja weil der Preis- und Wettbewerbsdruck durch billigere Importe die heimische Produktion von Eiweißpflanzen verhindert. Dieses Abkommen birgt existenzielle Risiken für Familien- und Kleinbetriebe und hat mittelfristig regionale und soziale Effekte auf unsere Gesellschaft.
Dass die Marschrichtung in der Agrarpolitik falsch ist und war, beweist schlicht und einfach das immer weiter gehende Höfe- Sterben.
Und betroffen sind längst nicht mehr nur kleine Betriebe ohne Nachfolger.
Wer die Branche kennt weiß, dass auch Großbetriebe dem ruinösen Preiskampf des Lebensmittel- Einzelhandels ausgesetzt sind und immer öfter daran zerbrechen.